Teil 2: Die 12 Phasen des Burnouts – Selbst-Check“

Petra Schreiber • 17. März 2026

Ein Blick auf den Weg, bevor es zu weit geht

Herbert Freudenberger und Gail North haben zwölf Phasen des Burnouts beschrieben. Was mich daran immer wieder fasziniert: Die meisten Phasen klingen zunächst gar nicht nach Erschöpfung – sie klingen nach Einsatz, nach Leistung, nach Pflicht.

Phase 1 beginnt mit dem Drang, sich beweisen zu wollen. Einem wachsenden Gefühl, dass die Zeit nicht reicht. Dass man mehr leisten muss als bisher. Das klingt für viele vertraut – und harmlos. Doch dieser Antrieb wird in den folgenden Phasen zur Falle.

Die vier Gruppen im Überblick

Phase 1–3: Antrieb und Überanstrengung
Sich beweisen, sich überanstrengen, soziale Kontakte vernachlässigen

Phase 4–6: Verdrängen und Abwerten
Konflikte verdrängen, Arbeit überhöhen, andere abwerten

Phase 7–9: Rückzug und Entfremdung
Rückzug, Verhaltensveränderung, Entfremdung von sich selbst

Phase 10–12: Depression und Erschöpfung
Innere Leere, Depression, vollständige Erschöpfung

Es gibt einen Weg heraus

Das Wichtigste an diesem Modell: Welcher Weg hilft, hängt davon ab, wo man gerade steht.

  • In den frühen Phasen (1–3) helfen Ruhepausen, Entspannungsroutinen und das bewusste Einbremsen.
  • In den Phasen 4–6 braucht es echte Auszeiten und vertraute Menschen. Jetzt ist auch der richtige Zeitpunkt, körperliche Beschwerden ärztlich abklären zu lassen.
  • Ab Phase 7 ist ärztliche bzw. psychotherapeutische Hilfe der richtige Weg. Coaching kann dann ergänzen, aber keine Behandlung ersetzen.

Sich zu fragen, in welcher Phase man sich befindet, ist kein Akt der Dramatisierung. Es ist ein Akt der Selbstverantwortung.

In welcher Phase erkennen Sie sich wieder?

Wenn es Ihnen sehr schlecht geht oder Sie Gedanken haben, sich das Leben zu nehmen: Wenden Sie sich bitte sofort an die Telefonseelsorge (0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222, kostenfrei und rund um die Uhr) oder im Notfall an die 112.

Herzlichst
Ihre Petra Schreiber
Step and Talk – Coaching & Training für Menschen in Verantwortung


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