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Langeweile im Beruf Zwei Drittel aller Beschäftigten sind unzufrieden- und der Arbeitgeber soll es richten?

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Am 17.03.2017 erschien der Artikel "Langeweile im Beruf Zwei Drittel aller Beschäftigten sind unzufrieden"

unter:  http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/arbeitswelt/studie-zeigt-zwei-drittel-aller-beschaeftigten-sind-unzufrieden-14921533.html#GEPC;s81

 

Stress überall? Von wegen! Viel mehr Beschäftigte fühlen sich unter- statt überfordert. Aber was können Chefs dagegen tun? Ein Gastbeitrag.

von Martin-Niels Däfler

 

 

Hier eine etwas provokative Betrachtung aus einem anderen Blickwinkel:

 

 

Gegenfrage: Was können Mitarbeiter dagegen tun?

 

 

Seit vielen Jahren beobachte ich die Entwicklung in der Arbeitswelt, vor allem schaue ich auf die Generation der 26 – 35Jährigen. Aus eigener Erfahrung, Gesprächen und Berichten mit Unternehmern gehören sie tatsächlich zu den hautsächlich Unzufriedenen am Arbeitsplatz.

 

Die Studie zeigt auf, dass diese Gruppe sowohl in materieller, wie auch immaterieller Hinsicht unzufrieden ist.

 

 

Aber warum ist das so? Hierzu ein paar überspitzte Anmerkungen:

 

 

Ist es eine Generation, der es zu gut geht? Weil sie als Kind alles bekommen hat, keine persönlichen Abstriche machen musste? Eltern haben alles ermöglicht (IPhone, Ipad, bis hin zum Auto und mehr), Eltern haben sich um alles gekümmert und geregelt. In der Schule lag es am Lehrer, wenn das Kind keine gute Schulnoten vorweisen konnte, angebliche Fehleinschätzungen und Beurteilungen von Lehrern mussten auf Elternwunsch zu Gunsten des Sprösslings korrigiert werden.

 

Wenn dem Kind etwas nicht passte, brauchte es das nur kundtun und „sein Wille geschah“.

 

Dass dieses Verhalten irgendwann als Bumerang zurückkommt, war abzusehen. Denn im Leben nur „Nehmen und im Mittelpunkt stehen“ funktioniert auf Dauer nicht. Spätestens, wenn es ins Berufsleben geht.

 

 

Ausbildung oder Studium? Nie haben so viele junge Menschen nicht gewusst was sie wirklich werden wollen, machen wollen und was sie können. Also wird erst einmal studiert (meist auch auf Anraten der Eltern), die Wahl des Studienfaches oft nicht gründlich überdacht, da die berufliche Richtung nicht wirklich klar ist. Da verwundert es nicht, dass die Zahl der Studienabbrecher oder -Umsteiger so hoch ist. 

 

Dann kommt der Schritt ins Berufsleben und alle glauben, weil man es ihnen ja auch suggeriert, die Welt liegt ihnen zu Füßen und der Arbeitgeber präsentiert alles auf dem Silbertablett.

 

 

Fataler Irrtum und jetzt ist klar (und das hätte man wissen müssen), dass das schöne Leben vorbei ist.

 

Arbeiten ist angesagt, Leistung bringen für das Geld, das ich von meinem Arbeitgeber bekomme. Anpassen, eingliedern und Kompromisse schließen, damit das Team funktioniert. Der Arbeitsplatz ist kein Wunschkonzert. Jetzt ist Geben und Nehmen angesagt. Auch die Annahme ziemlich schnell in eine hohe Position zu kommen, ist nun Makulatur. Denn so viele Chefs gibt es nicht in einem Unternehmen. Unternehmen sind hierarchisch aufgebaut und organisiert und die Arbeit wird von mindestens 90 % der Belegschaft gemacht. Nicht alle, die studiert haben und sich zu höherem berufen fühlen, werden das auch erleben. Nur, weil ich ein Studium habe, heißt das auch nicht, dass ich dafür besser bezahlt werde. Bezahlt wird für Position und Aufgabe, und nicht für die Qualifikation die ein Arbeitnehmer mitbringt. D.h. eine Sachbearbeitertätigkeit muss nicht ein Studium zur Voraussetzung haben, wenn ich es mitbringe, ist das vielleicht schön, aber erfordert keine höhere Bezahlung.

 

 

Kommunikation, Kompetenzen und Kollegialität“ sind wohl die Hauptverantwortlichen für Glück oder Unglück am Arbeitsplatz. Es heißt, dass an ihnen das Management arbeiten kann.

 

Selbstverständlich ist es die Aufgabe des Arbeitgebers, zu prüfen warum es Unzufriedenheit der Mitarbeiter am Arbeitsplatz gibt, selbstverständlich ist es seine Aufgabe zu überdenken, wo hier Handlungsfelder sind. In dieser Verantwortung steht für mich aber auch der Arbeitnehmer.

 

 

Warum funktioniert „Kommunikation, Kompetenzen und Kollegialität“ nicht, wo liegen die Probleme?

 

Festzustellen ist in diesem Zusammenhang auch, dass junge Mitarbeiter, aus der virtuellen Welt kommend und kommunizierend plötzlich in der realen Welt kommunizieren müssen. Sich vis à vis mit Kollegen, Vorgesetzten oder Kunden austauschen. Mit Konflikten umgehen müssen, sich auf andere einlassen müssen, gefordert in der verbalen und nonverbalen Kommunikation. Ja das macht dem ein oder anderen Schwierigkeiten, ich kann „Kollegen, Chefs,..“ nicht aus meinem „Freundeskreis“ löschen. Oft kommt es zu zwischenmenschlichen Problemstellungen aufgrund mangelnder sozialer Kompetenzen.

 

 

„Work Life-Balance“ steht im Mittelpunkt, das führt bei den jungen Menschen oft dazu, dass sie ihren Egoismus ausleben und damit die Kollegialität auf der Strecke bleibt.

 

Wo ist das Problem von Kompetenzen bei Unzufriedenheit?  Wieso muss der Arbeitgeber jedes Problem lösen, was kann ich als Arbeitnehmer dazu beitragen? Meckern können alle gut – vernünftige und konstruktive Lösungen präsentieren, können nur wenige. Wo bleiben Kreativität, Innovation und eigenverantwortliches Handel, um den Arbeitsplatz und das Arbeitsumfeld „besser zu gestalten“. Sich selbst einbringen, soziale Kompetenzen einbringen, Eigenmotivation fördern, …. Dann wird es auch mit der persönlichen Zufriedenheit besser klappen.

 

 

Generation Y wechselt schneller den Arbeitgeber, wenn es ihr nicht mehr gefällt.

 

Damit droht man dauernd den Arbeitgebern. Arbeitgeber sollen sich Gedanken machen, wie man diese jungen Menschen im Unternehmen hält, was man ihnen bietet. Ok, sie sind qualifiziert, aber nicht unbedingt der Brüller an Leistungsträger, dann könnte ich das ja noch verstehen, aber sie sind keine Überfliegergeneration, nicht mehr, nicht weniger wie ihre Vorgänger. Sie sind fit im Umgang mit digitalen Medien, verbringen damit aber auch einen großen Anteil an Arbeitszeit in eigener Sache. Sie stellen oft Forderungen bevor sie überhaupt eine Leistung erbracht haben. Sie wechseln den Arbeitsplatz, wenn es ihnen nicht mehr gefällt. Das Recht hat ja nun jeder Arbeitnehmer.

 

 

Was ist zu halten von Menschen, die gleich das Handtuch werfen, wenn sie unzufrieden sind oder nicht das bekommen, was sie sich vorstellen? Noch mal, der ARBEITSPALTZ IST KEIN WUNSCHKONZERT ODER WEIHNACHTSWUNSCHZETTEL, ich muss mir auch mal was erarbeiten, vielleicht auch konstruktiv zu Veränderungen beitragen. Unternehmen und Branchen sind unterschiedlich strukturiert, mal geht es innovativer und schneller voran, manchmal ist es konservativer und es braucht mehr Zeit für Veränderung. Damit muss ich mich auch auseinandersetzen. 

 

Wenn Mitarbeiter ständig den Arbeitgeber wegen Unzufriedenheit wechseln, sind sie irgendwann verbrannt. Meine Aufgabe als Arbeitgeber ist es nicht, nur auf die Zufriedenheit einzelner Mitarbeiter oder Gruppen Rücksicht zu nehmen, Zufriedenheit entsteht, wenn alle (Arbeitgeber und Arbeitnehmer) am gleichen Strang ziehen und gemeinsam das Business erfolgreich gestalten und alle Seiten davon profitieren. Beide Seiten bringen sich ein. Und als Arbeitnehmer muss ich mir bewusst sein, dass ich nicht der alleinige Mittelpunkt bin, sondern ein Zahn am Zahnrad. Es geht um Business und nicht um Wellness.

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