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A wise girl knows her limits – a smart girl knows she has none (Marilyn Monroe)

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Seit über 30 Jahren werde ich mit der Thematik „Gender“ konfrontiert. Ob es während meiner Tätigkeit im HR-Bereich als Führungskraft war oder seit 2009 als Karriere-Beraterin und Coach. Es ist ein spannendes Feld und ich habe dazu aus meiner langjährigen Erfahrung in der Arbeit mit und für Frauen eine klare Meinung:

 

 

Ja, Grenzen gab es für Frauen viele und in manchen Gesellschaften hat sich daran leider noch nicht sonderlich viel geändert. Wir verdanken zahlreichen mutigen Geistern, dass eine nach der anderen Barriere im Laufe der Geschichte eingerissen wurde. Was jedoch immer wieder auffällt, ist die Beharrlichkeit der Hemmschwellen in den weiblichen Köpfen.

Sind Frauen tatsächlich immer noch benachteiligt in ihrer beruflichen Laufbahn? Brauchen wir wirklich Steigbügelhalter und Quoten-Frauen? Oder pfuschen uns alte Glaubenssätze mehr oder weniger heimlich ins Handwerk? Dass nicht nur Jungs fordernd, selbst- und machtbewusst auftreten dürfen, ist eigentlich zu einer Selbstverständlichkeit geworden – eigentlich. Aber alte Wertvorstellungen und Verbote sind zäh, sie halten sich offenbar über Generationen hinweg. Nicht wenige Frauen sind dadurch bei ihrem Selbstmarketing gehandicapt wie eine Hürdenspringerin in Slimfit-Jeans. Selbstzweifel hindern sie, Chancen zu ergreifen und sie hoffen, dass irgendjemand ihre Stärken schon entdecken wird. Ihre verborgenen Stärken zeigen sich meist erst, wenn man ihnen mehr zutraut, als sie sich selbst. Die ehemalige amerikanische First Lady Eleanor Roosevelt beschrieb dieses Phänomen mit plastischen Worten: „Eine Frau ist wie ein Teebeutel – du kannst erst beurteilen, wie stark sie ist, wenn du sie ins Wasser wirfst.“

 

So haben Frauen nicht selten Hemmungen, bei der Selbstvermarktung ihre Kompetenzen und Stärken einzuschätzen und klar in den Vordergrund zu stellen. Sie hegen Bedenken, bei Bewerbungen und Gehaltsverhandlungen unbescheiden, ja angeberisch bis großmäulig zu wirken und wie peinlich wäre es, wenn sich später in der Berufspraxis herausstellt, dass die eine oder andere Fähigkeit noch nicht ausgereift ist. So kommt es, dass frau sich erst mit gutem Gewissen um einen Posten bewirbt, wenn sie sicher ist, allen Anforderungen genügen zu können. Männer verhalten sich erfahrungs- oder sollen wir sagen „gender“-gemäß  - anders, Ihr Motto lautet vielmehr: Erst mal her mit dem Job, was noch fehlt, lässt sich jederzeit nachholen. „Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr“.

 

Zweifel und negative Gedanken, wie „Ich könnte überfordert sein, Fehler machen, mich blamieren, versagen“ bewirken unsicheres Verhalten, dies wiederum führt zu schwachen Ergebnissen oder gar tatsächlichem Versagen. Selbsterfüllende Prophezeiung.

Aber Ladies, andersrum wird ein hübscher Schuh draus: Angst beginnt zwar im Kopf, Mut aber auch! Und der lässt sich einüben. Wer wagt, gewinnt Selbstvertrauen. Mag sein, dass Jungs Verhaltensweisen in die Wiege gelegt und früh antrainiert werden, die ihren Erfolg im Berufsleben erleichtern. Stärke demonstrieren ist jedoch keine reine Männersache. Und Selbstmarketing ist kein übertriebenes „Ich bin die Größte“, sondern ein souveränes, selbstbewusstes „Das bin ich“.

Es ist vollkommen egal, welche berufliche Richtung genommen wird, Hauptsache sie passt zur Persönlichkeit. Du bist eine leidenschaftliche, kreative Marketing-Managerin? Gut, dann mach Dein Ding! Du findest mit Deinen Talenten und sozialen Kompetenzen eher Erfüllung als Familien-Managerin? Prima, dann mach‘ das doch! Just do it! Frauen, werft Eure hemmenden Selbstzweifel über Bord. Ihr braucht keine Steigbügelhalter und keine fremden Wegweiser. Seid Pippi und nicht Annika.

 

Petra Schreiber, Karriere-, Image und Persönlichkeitscoach

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