Führungstools allein reichen nicht – warum innere Stärke der entscheidende Faktor ist
Wenn Unternehmen Führungskräftetrainings buchen, haben sie meistens ein klares Ziel vor Augen: Ihre jungen oder neu ernannten Führungskräfte sollen Tools lernen. Wie man delegiert. Wie man
Feedback gibt. Wie man Konflikte moderiert. Wie man Prioritäten setzt.
Das sind wichtige Kompetenzen – keine Frage. Aber in meiner Arbeit erlebe ich immer wieder dasselbe: Die eigentliche Herausforderung liegt woanders.
Was wirklich im Raum steht
Ich sitze vor Gruppen von Führungskräften, die mir keine Fragen über Zeitmanagement-Matrizen stellen. Stattdessen erzählen sie mir, dass sie Angst haben. Angst, Fehler zu machen. Angst vor
Anfeindungen aus dem Team. Angst, den Job zu verlieren, wenn sie nicht das tun, was von oben erwartet wird – selbst wenn es ihren eigenen Überzeugungen widerspricht.
Diese Führungskräfte stecken in einer klassischen Sandwich-Position: zwischen Geschäftsführung und Mitarbeitenden. Von oben kommen Erwartungen, die nicht immer transparent oder fair sind. Von
unten kommt Druck, der sich manchmal wie Misstrauen anfühlt. Und mittendrin stehen sie – mit ihrer Unsicherheit, ihrer Unerfahrenheit und dem Wunsch, es richtig zu machen.
Kein Führungstool kann jemandem helfen, der innerlich nicht gefestigt ist.
Das Problem mit dem Tool-First-Ansatz
Tools funktionieren dann, wenn die Person, die sie anwendet, weiß, wer sie ist. Wenn sie klar hat, wofür sie steht. Wenn sie in der Lage ist, auch unangenehme Entscheidungen zu treffen und dabei
zu sich selbst zu stehen.
Fehlt diese innere Grundlage, werden Tools schnell zu Masken. Man lernt, wie ein Feedbackgespräch theoretisch ablaufen soll – aber traut sich nicht, es wirklich zu führen. Man kennt
Delegationsmodelle – aber übergibt keine Verantwortung, weil man Angst hat, die Kontrolle zu verlieren.
Das Werkzeug ist nicht das Problem. Der Umgang damit ist es.
Was neue Führungskräfte wirklich brauchen
Bevor es um Methoden geht, braucht es eine tiefe Auseinandersetzung mit der eigenen Person. Das klingt abstrakt – ist es aber nicht. Es bedeutet konkret:
- Selbstkenntnis: Was sind meine Werte? Was sind meine Stärken – und wo sind meine blinden Flecken?
- Rollenklarheit: Was wird von mir als Führungskraft erwartet – von oben und von unten? Und wie verhalte ich mich dazu, ohne mich selbst aufzugeben?
- Umgang mit Kritik und Konflikten: Wie reagiere ich, wenn ich angegriffen werde? Was löst das in mir aus – und wie bleibe ich handlungsfähig?
- Entscheidungsfähigkeit unter Druck: Wie treffe ich Entscheidungen, die mir unbequem sind – und stehe dazu?
- Wirkung: Wie komme ich bei anderen an? Stimmt mein Selbstbild mit der Wahrnehmung anderer überein? Und wenn nicht: Was will ich verändern?
- Sprache als Führungsinstrument: Wie spreche ich – nicht als Technik, sondern als Ausdruck meiner Persönlichkeit? Wie sage ich Nein? Wie führe ich ein schwieriges Gespräch, ohne mich dabei zu verlieren?
Warum ich Einzelcoachings bevorzuge
Diese Themen lassen sich nicht in Gruppentrainings mit 15 Teilnehmenden wirklich bearbeiten. Echte Selbstreflexion braucht Vertrauen, Tiefe und einen geschützten Raum. Deshalb empfehle ich in
solchen Situationen immer wieder das Einzelcoaching oder die Arbeit in sehr kleinen Gruppen.
Dort kann ich mit einer Führungskraft wirklich in die Tiefe gehen. Wir arbeiten an ihrer Geschichte, an ihren Glaubenssätzen, an ihrem konkreten Alltag. Wir schauen, was sie bremst – und was sie
stärkt. Und erst dann, wenn diese Grundlage steht, machen Führungstools wirklich Sinn.
Was das für Unternehmen bedeutet
Wenn Sie als Unternehmen in Führungskräfteentwicklung investieren, lohnt sich eine ehrliche Frage: Was brauchen Ihre Führungskräfte wirklich? Geht es um Wissen – oder um Wachstum?
Wissen lässt sich schnell vermitteln. Wachstum braucht Zeit, Vertrauen und den Mut, sich selbst wirklich anzuschauen. Aber es ist diese Art von Entwicklung, die nachhaltig wirkt. Die echte
Führungspersönlichkeiten entstehen lässt – keine gut ausgebildeten Führungskräfte-Darsteller.
Authentische Führung entsteht nicht im Seminar. Sie entsteht im Spiegel.
Mein Angebot an Sie
Als Karriereberaterin und Coach mit über 25 Jahren Erfahrung im HR-Management begleite ich Führungskräfte auf genau diesem Weg: von der Unsicherheit zur Klarheit. Von der Angst zur
Handlungsfähigkeit. Von der Rolle zur Persönlichkeit.
Wenn Sie das für sich oder Ihre Mitarbeitenden möchten, freue ich mich auf ein erstes Gespräch.
Ihre
Petra Schreiber
Step and Talk | Karriereberatung, Stressmanagement & Coaching
www.step-and-talk.de
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