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„Du“ bei Facebook, „Sie“ bei Xing und welche Anrede wählen, wenn der Mensch vor meinem Schreibtisch sitzt?

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DU / SIE

 

 

Ein Beitrag zu folgenden Artikel http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/beruf/dax-konzerne-sind-sich-unsicher-beim-duzen-und-siezen-von-bewerbern-15662227.html

 

„Du“ bei Facebook, „Sie“ bei Xing und welche Anrede wählen, wenn der Mensch vor meinem Schreibtisch sitzt?

 

 

 

Es ist vollkommen klar, dass ein Austausch auf Social-Media-Portalen ein anderer Slang anhaftet als ein Gespräch in einem Unternehmen, auch wenn die zuvor angetwitterte Person vor einem steht.

 

 

 

Dass selbst die 30 bedeutendsten DAX-Konzerne auf ihren unterschiedlichen Medien-Kanälen ungleiche Anreden wählen, ist für mich nicht verwunderlich. Schreibt Kollege X die Unternehmens-Artikel auf XING und Kollege Y pflegt die Unternehmens-Homepage. Im schlechtesten Falle kennen sich die Kollegen gar nicht. Interaktiver Austausch: Meistens Fehlanzeige. Gerade hier ist es wichtig, die Unternehmens-Präsentation auf eine klare, einheitliche kommunikative Ebene zu heben, damit auch Bewerber, egal ob sie 20 oder 50 sind, sich gleichermaßen angesprochen fühlen.

 

 

 

Die Unternehmenskultur in deutschen Firmen sollte einem jährlichen „Business-Check“ unterzogen werden. Welcher Mitarbeiterkreis soll welchem Kundenkreis gegenüberstehen? Welche Kunden sollen angezogen werden? Sind die Mitarbeiter so gekleidet, dass sie die Aufmerksamkeit genau dieser potenziellen Kunden auf sich ziehen? Wie kann die Kommunikation inner- und außerhalb des Betriebs auf die höchste und wertschätzende Stufe gestellt werden? Mit einem „Sie“ unter Kollegen und gegenüber Kunden wäre der Höflichkeitsfaktor einer Beziehung auf jeden Fall zu 100 % gegeben.

 

 

 

Ein Kunde kauft nur, wenn ihm respektvolle, uneingeschränkt höfliche Aufmerksamkeit entgegengebracht wird. Mit einem lässigen „Hier ist für dich das beste Produkt“ kommt man als „Verkäufer“ bei 20jährigen in einem Sportfachgeschäft sicher gut an, nicht aber in einem DAX-Unternehmen. Auch die meist beachteten DAX-Unternehmen können es sich nicht leisten, mit zwei Anreden zu jonglieren. Doch warum verbiegen sich einige Firmen, „Duzen“ und „Siezen“ durcheinander und distanzieren sich so von Werten, die sie am Ende des Tages doch gelebt haben wollen? Wie wertschätzend und gleichermaßen respektvoll wäre ein einheitliches, authentisches, noch immer als Höflichkeitsstufe Nr. 1 geltendes „Sie“?

 

 

 

Aus meiner Praxis kann ich berichten, dass Stellen-Anwärter sich kaum Gedanken über das „Duzen“ oder „Siezen“ in einem Unternehmen machen und wenn, ganz klar von Bewerbern ein „Sie“ bevorzugt wird. So kann niemand unabsichtlich verärgert werden. Mit einem lockeren „Du“ schon.

 

 

 

In meinen Seminaren sehe ich immer wieder in erstaunte Augen, wenn ich erkläre, dass eine Dame einem Herrn das „Du“ anbietet und immer nur eine ältere Person einer Jüngeren. Ebenso wenig verbreitet scheint die Tatsache zu sein, dass in einem Unternehmen immer der Ranghöhere dem Rangniedrigeren das „Du“ anbieten kann und nie umgekehrt – und auch nur dann, wenn es zur klar definierten Unternehmenskultur (wie z.B. bei Facebook) gehört.

 

 

 

 

 

Autorin: Petra Schreiber, Karriere- und Imageberaterin

 

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